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22. September - 25. Februar 09:00 - 17:00

Kategorie: Ausstellung
Von Tieren, die träumen. Holzschnitte von Franca Bartholomäi
03. November - 28. Januar

Kategorie: Ausstellung
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Humanismus und Reformation
Als Themen sind einerseits Werke humanistischen Inhalts zu verfolgen, wie die Bücher des Erasmus von Rotterdam. Sebastian Brants »Narrenschiff« (1506) mit Holzschnitten, die zum Teil vermutlich vom jungen Albrecht Dürer geschaffen wurden, ist ebenso zu sehen wie die »Utopia« des Thomas Morus in ihrer ersten Ausgabe von 1518. Der Titel dieses Buches ließ die Bezeichnung »Utopie« geläufig werden.

Der romantische Ritterroman »Theuerdank« (1517), mit dem sich der junge Kaiser Maximilian I. in verklausulierter Form selbst ein Denkmal setzte, muß als schon zu seiner Zeit bibliophiles Werk gelten. Hier tritt zum erstenmal die Schriftgattung der Fraktur, zusätzlich mit kalligrafisch wirkenden Schwüngen ausgestattet, in Erscheinung.

Eine Vitrine ist den Reformationsschriften Martin Luthers gewidmet. Neben den kleinen abgegriffenen Kampfschriften liegen die großformatigen, mit Holzschnitten geschmückten Ausgaben der von Luther übersetzten Bibel. Ihr klarer und prägnanter Ausdruck trug viel zur Vereinheitlichung der deutschen Sprache bei.

Die Erforschung der Welt

Peter Apian. Astronomicum Caesareum
Peter Apian. Astronomicum Caesareum. Ingolstadt: Georg und Peter Apian 1540. Tafel mit einer Scheibe zur Bestimmung der Tage der Sonnenfinsternis. Peter Apian. Astronomicum Caesareum. Ingolstadt: Georg und Peter Apian 1540. Tafel mit einer Scheibe zur Bestimmung der Tage der Sonnenfinsternis. StB III f: 2°/348b,2° (Stadtbibliothek Mainz)

Eine weitere eindrucksvolle Gruppe bilden die naturwissenschaftlichen Werke. Eine besonders schöne Schöpfung ist das »Astronomicum Caesareum«, ein astronomisches Buch für Kaiser Karl V., das Peter Apian 1540 in Ingolstadt verfertigte.

Durch Drehen der aus Papier geschnittenen Scheiben, die mit einem Faden als Mittelachse verbunden sind, können leicht alle nur denkbaren Himmelskonstellationen nachgestellt werden.

Die »Anatomie« des Andreas Vesalius (1555) zeigt in fast theatermäßiger Anordnung die physische Gestalt des Menschen im Aufbau seiner Knochen, Muskeln und inneren Organe.



Kupferstich und Radierung

Die grafische Vervielfältigungstechnik des Kupferstichs verdrängt im Verlauf des 16. Jahrhunderts den Holzschnitt als hauptsächliches Illustrationsverfahren aus dem Buch. An Hand von zwei im Maßstab verkleinerten Modellen von Kupfertiefdruckpressen, Grabsticheln und anderen Instrumenten sowie gravierten Kupferplatten kann sich der Besucher gut die mühsame Kunst des Kupferstechers vorstellen.

Barocke Sammellust
Nachdem der Dreißigjährige Krieg die Buchproduktion in den durch ihn verwüsteten Gebieten unterbrochen hatte, ließ die Sammelleidenschaft barocker Herrscher bedeutende Bibliotheken entstehen, wie etwa in München und Wolfenbüttel. Eine neue Art des Bücherverkaufs kam auf: die erste Buchauktion fand 1604 in Leyden statt.

Paradise lost. John Milton. Paris, 1792.
Paradise lost. John Milton. Paris, 1792.

Auch die Druckkunst selbst wurde hoffähig. In Versailles hatte Ludwig XV. die »Imprimerie du Cabinet du Roi« eingerichtet. Die Bücher im Zeitalter des Barock spiegeln die Interessen ihrer Zeit wider, es werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse, religiöse und politische Ideen und natürlich schöngeistige Literatur in mit Kupferstichen geschmückten Bänden verbreitet. Das Entdeckungsfieber des späten 16. und 17. Jahrhunderts und die Kolonisation fremder Regionen sowie der wachsende Überseehandel verhelfen dem Druck repräsentativer geografischer Werke zum Aufschwung. Es entstehen bedeutende Ansichtenwerke und Atlanten.

Als im 18. Jahrhundert die Aufklärung durch ihre um Objektivität und Systematik bemühte Sehweise die Naturwissenschaften veränderte, wuchs die Anzahl botanischer, zoologischer und mathematisch-geometrischer Werke. Auch Themenkreise, deren Wissenschaftlichkeit wir heute bestreiten, wie »Mesmerismus« (magnetische Suggestion) und »Physiognomik«, wurden behandelt.

Lesewut und Lesefreuden
Schließlich förderte die Aufklärung auch die Entstehung einer bürgerlich-schöngeistigen Literatur, mit der sich Namen wie Klopstock, Lessing, Schiller und Goethe verbinden.

Diese Literatur wurde gern in kleinformatigen Ausgaben veröffentlicht, die man als »Taschenbuch« mit sich tragen konnte.
Ein weiteres typisches Produkt der Aufklärung sind die Enzyklopädien. Seit 1751 begannen Diderot und d’Alembert mit der Publikation der 35 Bände ihrer »Encyclopédie«, dem bekanntesten Vertreter dieser Gattung, die alle professionellen menschlichen Tätigkeiten in Kupfertafeln und Beschreibungen vorstellte. Eine ständig steigende Zahl von Wochen- und Monatszeitschriften kam zur Unterhaltung und Information der lesenden Bevölkerungskreise hinzu. So konnte allmählich die Grundlage für eine allgemeine Meinungsbildung in der Bevölkerung entstehen. Die Zahl der Lesenden nahm ständig zu, so daß man bereits vor grassierender »Lesewut« zu warnen begann!


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Kontakt

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Dr. Cornelia Schneider
Kuratorin für Buchkunst 15.-18. Jahrhundert, Bilderbücher und Akzidenzen.
Tel: 06131/12-25 62
Fax: 06131/12-34 88
dr.cornelia.schneider(at)stadt.mainz.de


 
 
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