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Gutenbergs Erfindungen

Das Abdrucken von Holzdruckstöcken auf Papier war in Europa bereits seit dem späten 14. Jahrhundert bekannt. Gutenbergs Konzept ging einen entscheidenen Schritt über das einfache Drucken hinaus: seine Überlegungen basierten darauf, daß jeder Text in seine Einzelelemente zu zerlegen ist, in Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen. Es ging darum, ein Verfahren zu finden, das eine Mengenproduktion dieser Elemente ermöglichte, einen einwandfreien Druck der daraus zusammengesetzten Texte und eine Wiederverwendung der Elemente, die nicht nur material-, sondern auch platzsparend sein sollte.

Stempel und Matrize
Stempel und Matrize

Wenn man sich vorstellt, wie viele Einzelschritte bedacht und experimentell erprobt werden mußten, bis diese bahnbrechende Erfindung in jeder Hinsicht einwandfreie Ergebnisse hervorbrachte, wird plausibel, daß es mehrere Jahre dauerte, bis alle Details perfektioniert waren. Die Schritte zur Verwirklichung bestanden in der präzisen Fertigung der einzelnen Buchstaben und Zeichen, der "Figuren", wie es fachmännich heißt, als in Größe und Stil einheitliche Stempel, die in hartes Metall (wohl Stahl) graviert wurden. Jeder dieser Stempel konnte nach Bedarf und so oft wie nötig in ein weicheres Metall "abgeschlagen", senkrecht eingetieft werden. So wurde eine Negativform, die Matrize, gefertigt. Sie bestand aus einem rechteckigen Körper, aus Kupfer oder einem ähnlich weicheren Metall.

Das Handgießgerät

Das Handgießinstrument
Das Handgießinstrument

Für die Mengenanfertigung wurde das Handgießgerät entwickelt: eine Hohlform aus Metall mit Holzbacken, die in zwei Teile zu zerlegen ist und in die die Matrize eingelegt werden konnte. Dies sparte die Herstellung zahlreicher unterschiedlicher Hohlformen.
In die verbleibende Öffnung des Handgießgeräts wurde das auf fast 300° C erhitzte Gießmetall eingegossen. Es war eine Legierung aus Blei, Zinn und weiteren Zusätzen, vermutlich Antimon, die sofort erstarrte.
Unverzüglich konnte eine Letter entnommen werden, von der nur noch der überstehende Angußzapfen mit einem Hammerschlag entfernt werden musste. Die Lettern wurden nach der Häufigkeit ihres Gebrauchs in einen Setzkasten geordnet oder "abgelegt".

Satz und Druck

Der Setzkasten
Der Setzkasten

Für den Druck setzte der Setzer jeweils eine oder mehrere Zeilen im Winkelhaken zusammen. Diese Zeilen wurden auf einem "Schiff", einem Holztablett, zur Form für jeweils eine Seite zusammengestellt. Zum Druck wurde diese Form in die Hölzerne Presse gehoben.

Die Druckpresse

Rekonstruktionsversuch der Gutenberg-Presse im Museum.
Rekonstruktionsversuch der Gutenberg-Presse im Museum.

Spindepressen waren als Öl-, Wein- und Papierpressen schon vor Gutenbergs Zeit bekannt. Für den Druck mußte durch verschiedene Vorrichtungen erreicht werden, daß die druckausübende Platte, der Tiegel, senkrecht auf die Form drückte und sich beim seitlichen Bewegen des Querholmes oder "Bengels" nicht drehte. Die Druckfarbe mußte, anders als die für die Holzschnitte verwendete wäßrige Tinte, leicht klebrig und von einer tiefen Schwärze sein, um einen guten Abdruck zu liefern.

Sie wurde aus Ruß, Öl und Harzen gewonnen.
Die Abdrucke auf geleichmäßig gefeuchtetem Papier, für Bücher immer mindestens Doppelseiten, wurden anschließend auf Leinen zum Trocknen gehängt.


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Kontakt

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Dr. Cornelia Schneider
Kuratorin für Buchkunst 15.-18. Jahrhundert, Bilderbücher und Akzidenzen.
Tel: 06131/12-25 62
Fax: 06131/12-34 88
dr.cornelia.schneider(at)stadt.mainz.de


 
 
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